Zwingerporträt „Zum weißen Glück“

Sicherlich werden sie sich fragen was dieser Name mit dem Puli oder örtlichen Umständen zu tun hat- nichts. Tatsächlich ist er rein emotional entstanden:

 

Vor 30 Jahren hatte ich das erste Mal Kontakt zu einem Puli – weiße Puli-Hündin. Meine damals beste Freundin bekam sie von ihrem Freund geschenkt, da er überwiegend im Ausland tätig war. Also verbrachten wir sehr viel Zeit miteinander und der Hund war natürlich immer dabei. Wir gingen spazieren, Essen oder fuhren gemeinsam in den Urlaub und dieser Hund war immer dabei, aber viele Leute bemerkten ihn gar nicht; er lag unter dem Tisch oder folgte uns unauffällig. Fazit war „ich möchte auch so einen Hund“. Aber wie sollte das gehen: voll berufstätig und alleinstehend!!! Also schlug ich mir das ganz schnell aus dem Kopf und ließ es in einer hinteren Kammer meines Gedächtnisses verschwinden.

Vor fast 12 Jahren heiratete ich dann und mein Mann lernte die Collie-Hündin meiner Studienfreundin kennen. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick sondern eher Respekt und ein bisschen Angst vor so einem großen Hund. Doch in einem der kommenden gemeinsamen Urlaube veränderte sich das spontan. Mein Mann – eher ein Langschläfer – ließ sich auf einmal ohne Probleme morgens auch schon früher von dem Hund wecken und meinte nur „wenn ich mal in Rente gehe bekommen wir auch einen Hund!". Das war im Sommer und ich konnte auf Grund einer Verletzung keinen Sport mehr treiben; da kam mir ein Geistesblitz – warum noch warten? Wir sind beide Lehrer und der Hund wäre nur einen halben Tag alleine!

Also gut ein Hund muss her! Aber welche Rasse soll es sein – ein Golden Retriever, Labrador, Tibet Terrier … Auf einmal trat die hinterste Ecke meines Gedächtnisses wieder zum Vorschein und ich sagte nur „eine weiße Puli-Hündin soll es sein!“. Mein Mann erklärte mich für verrückt und sagte „dann fahr doch in die Stadt und kauf dir einen Pulli!“.

Um die Geschichte zu verkürzen:

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Ich fand die Seite des Puliklubs im Internet

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Ich rief alle verzeichneten Züchter an

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Letztendlich fand darunter zwei, die weiße Pulis züchteten

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Herr Zentawer hatte noch eine 6 Monate alte Hündin – aber leider ins Ausland verkauft!

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O.k. angucken, damit mein Mann die Rasse kennenlernt

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Gründonnerstag nach Neuss – Liebe auf den ersten Blick – aber leider nicht zu haben

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Zwei Monate später der Anruf „wollt ihr sie noch haben, der Impfstatus reicht nicht aus!“ – Man muss sich vorstellen, ein nach deutschen Vorschriften durch geimpfter Hund hat nach 8 Monaten noch nicht den ausreichenden Tollwut-Impfstatus für die Einfuhr nach Norwegen aufgebaut – oh heilige Bürokratie!

N NNächster Tag: Geld holen bei der Bank, nach Neuss fahren, Hund abholen.



 

Bonny am Tag des Abholens

Seit dem hat sich unser Leben völlig verändert und wir konnten uns schon nach ein paar Tagen kein Leben ohne Hund mehr vorstellen – bei Hitze, Regen, Eis und Schnee mit dem Hund spazieren gehen, im Herbst das Laub in der Wohnung aufsaugen! Wir haben so eine tolle Hündin bekommen und wissen, wie schwer es ist einen weißen Puli zu bekommen – seit wir sie haben hat es keinen weißen Wurf mehr im deutschen Puliklub gegeben; so haben wir uns dann entschieden die Zuchtzulassung zu beantragen um anderen verrückten Menschen wie uns die Anschaffung eines weißen Pulis zu ermöglichen.

Ich bin ein Anhänger der weißen Pulis und wie aus dem vorange- gangenen hervorgeht, ist unsere Bonny auch unser ganzes Glück.

Sie hat uns zu Ausstellungen, netten Leuten im Puliklub und sogar in
Fernsehsendungen wie „Daheim und unterwegs“ oder das NRW-Duell gebracht.



 

Liebe Grüße vom Zwinger „Zum weißen Glück“

 

Wünschen
 

Bonny Sue, Frauchen Kirsten und Herrchen Micki



 

 

PS.:
Mitte des Jahres hatten mein Herrchen und Frauchen ja schon auf Nachwuchs gehofft; ich hatte aber noch nicht so richtig Bock darauf. Mein Liebhaber gab sich zwar alle erdenkliche Mühe, aber immer wenn er mir zu nah kam habe ich mich lieber hingesetzt.





Bonny und ihr Liebhaber